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Braco Dimitrijević

Braco Dimitrijević wurde 1948 in Sarajevo in Bosnien und Herzegowina geboren, damals Teil der Volksrepublik Jugoslawien. Bis 1968 hatte er Mathematik und Physik studiert und war aktiv als Skirennläufer tätig. Von 1968 bis 1971 wechselte er an die Universität in Zagreb und studierte dort Kunst und Kunstgeschichte. Von 1971 bis 1973 war er am St Martin College of Art in London. Er lebt und arbeitet in Paris.

Zusammen mit Goran Trbuljak spielte Braco Dimitrijević in den 1970er Jahren in der Gruppe 'Penzioner Tihomir Simčić'  eine wichtige Rolle bei der konzeptuellen Entwicklung einer alternativen künstlerischen Sprache in Yugoslawien. 1976 war er Stipendiat des DAAD und für ein Jahr in Berlin. 1977 nahm er an der documenta 6 in Kassel teil. 1979 realisierte er im Schlosspark hinter dem Schloss Charlottenburg einen 10 Meter hohen Obelisk aus weißem Carrara Marmor. Auf dem unteren Teil steht auf jeder der vier Seiten in einer anderen Sprache der Satz: 'Der 11. März - Dies könnte ein Tag von historischer Bedeutung sein'. Dabei handelt es sich um den Geburtstag eines zufällig vorbeikommenden Passanten.

THIS COULD BE A PLACE OF HISTORICAL IMPORTANCE

Das Werk von Braco Dimitrijević ist gekennzeichnet von der Auseinandersetzung mit den Widersprüchen zwischen historischer Bedeutung und banaler Alltagssituation, mit der Rolle und Bedeutung des Einzelnen gegenüber sogenannten wichtigen historischen Persönlichkeiten oder mit einem Moment im Alltag gegenüber dem wichtigen historischen Ereignis. Dies ist durchaus auch im Kontext politischer Ideologien und Doktrinen, die das Glück des Einzelnen dem großen Ganzen unterordnen wollen, ein starkes Korrektiv. Darüber hinaus kreist sein Werk seit den 1980er Jahren auch um eine Konfrontation von Natur und Kunst, von geschaffener Schönheit und idealer Form gegenüber der Existenz der Natur oder der Banalität von Alltagsgegenständen.

Die Marmorplatte, 'This could be a place of historical importance', ist ein exzellentes Beispiel für die künstlerische Konzeption seines Werks in den 1970er Jahren. Es geht dem Künstler um den Austausch von Bedeutungen, Selbstverständliches in Frage zu stellen und auf die Brüchigkeit historischer Bewertungen hinzuweisen.

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