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Petra Feriancová

*1977 in Bratislava, Slowakische Republik, lebt in Bratislava.

Petra Feriancová kreist in ihrem Werk um das Sammeln und Bewahren von Dokumenten, Bildern, Objekten und Erinnerungen. Das reicht von der Schachtel mit privaten Fotografien, geht zu musealen Sammlungen besonderer Gegenstände und führt zu den visuellen Erinnerungsbildern in unserem Gedächtnis. In ihrem Werk geht es auch um die Ordnung, Organisation und Struktur solcher Erinnerungsfragmente. In ihren Installationen schafft sie Räume der Erinnerung, die aus der Rekonstruktion des Vergangenen neue emotionale und sinnliche Erfahrungen vermitteln.

Now I can remember I was actually there, but I kept my eyes closed at the time (7. - 9. August 2011)

Der Titel 'Now I can remember I was actually there, but I kept my eyes closed at the time (7. - 9. August 2011)' liest sich, wie eine persönliche Feststellung. Ohne das fotografische Abbild ist die Erinnerung verblass. Erst die Fotografie löst die Erinnerung and die vergangene Situation aus. Sie gibt aber gar nicht das wider, was man selbst gesehen haben mag. Sie zeigt ein anderes Bild, ein fotografisches Abbild eines bestimmten Moments in einem bestimmten Blickwinkel, so als habe man die Augen geschlossen gehabt.

Erst in der Betrachtung der Fotografie, des Bildes, wird die Erinnerung aktiviert. Ja, jetzt erinnert man sich an diese Situation, diese Landschaft, dieses Licht. Häufig sind es erst die Bilder, die unsere eigenen Erinnerungsbilder aktivieren und wieder hervorrufen. Das ist die bedeutende Rolle von Archiven und Dokumenten. Das ist unter anderem auch eine der Funktionen der Kunst, uns zu erinnern an die geistigen Auseinandersetzungen, die Stimmungen, die Suche nach kulturellem Ausdruck in einer bestimmten Situation und einer bestimmten politischen und sozialen Lage.

Series Creator – From the Archive of O. Ferianc, New Breeds 1949-1952

Die große Werkguppe von 113 Fotografien wurde 2013 auf der Biennale von Venedig gezeigt, als Petra Feriancova die Slowakische Republik im gemeinsamen Tschechisch–Slowakischen Pavillon vertrat.

Die Aufnahmen von Tauben stammen aus dem Archiv ihres Großvaters, Oskar Ferianc. Sie dokumentieren seltene Taubenzüchtungen, die mit anderen Züchtern ausgetauscht wurden. Die Arbeit ist Teil einer großen Werkgruppe, die sich mit den Erinnerungen der eigenen Familie, den Bildbänden und 8 mm Filmen von den Urlaubsreisen oder den Mitbringseln solcher Reisen auseinandersetzt. Was bleibt, was behalten wir in Form von Dokumenten und was verblasst mit der Zeit in den privaten Erinnerungen.

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Die Installation besteht aus 12 nachgeformten Elefantenzähnen, die aufwändig geschnitzt worden sind und aus historischen Sammlungen stammen. Solche Elefantenzähne waren sehr kostbar und wurden schon in der frühen Antike als Geschenke oder Tribut übergeben. Mit der Kolonisierung des afrikanischen Kontinents und des indischen Subkontinents durch England, die Niederlande und Portugal begann eine industrielle Bereitstellung des erlesenen Rohstoffs und die systematische Tötung der Elefanten. Die rasante Nachfrage nach Souvenirs und Schmuckgegenständen aus Elfenbein in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts und die daraus resultierende Dezimierung und Ausrottung großer Elefantenbestände führte zur drastischen Einschränkung des Handels und einer wachsenden Anstrengung, den illegalen Handel zu unterbinden.

Dem seltenen Material werden magische Kräfte zugeschrieben wie unbezwingbare Kraft oder Potenz aber auch Reinheit, was zu seiner breiten Verwendung in der christlichen Sakralkunst führte.

Solche Bedeutungsfelder interessieren die Künstlerin. Aus ihnen wird ablesbar, wie eine Gemisch aus rationalen und irrationalen Beweggründen dazu beiträgt, dass bestimmte Gegenstände und Materialien als kostbar angesehen werden , so dass sie bewahrt werden und ihren Einzug in die objektbezogene Erinnerung in Sammlungen und Museen finden.

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