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Aneta Grzeszykowska

*1974 in Warschau, Polen, lebt in Warschau.

Untitled Film Stills

In den 'Untitled Film Stills' nähert sich Aneta Grzeszykowska einer der wichtigen Künstlerinnen des ausgehenden 20 Jahrhunderts: Cindy Sherman. In den 69 ikonenhaften Motiven der 'Untitled Film Stills' inszenierte sich die amerikanische Künstlerin Cindy Sherman zwischen 1977–1980 mit wechselnder Kleidung, Make-up und unterschiedlichsten Settings in fiktiven Situationen, die an schwarzweiß Filme der 1950er- und 1960er-Jahre erinnern. Dies selbstbewusste Spiel mit Rollen, Verkleidungen und das spielerische Hineinschlüpfen in verschiedene Bilder des Weiblichen markierte einen Meilenstein in der jüngeren Kunstgeschichte

In ihrer gleichnamigen Serie von 2006 inszeniert sich Aneta Grzeszykowska in diese Bildwelten hinein. Sie baut die Settings in freier Auslegung nach, schlüpft in Kleider, Make-up und Mimik und transformiert die schwarzweiß Szenarien Cindy Shermans in die Welt der Farbfotografie. Es ist ein Beispiel für "Appropriation Art", der künstlerischen Strategie, bereitliegendes Material für die eigenen Zwecke zu nutzen. Der Begriff wurde in den 1980er-Jahren auch für die Arbeit von Cindy Sherman genutzt und taucht jetzt, Jahre später, in praktischer Umsetzung in dem Werk der polnischen Künstlerin wieder auf.

Negative Book

Wir haben gelernt Fotografien und Bilder mit einer skeptischen Distanz zu sehen. Jedes Bild stellt eine Interpretation und Manipulation des Wirklichen dar. Ein Bild ist nur eine von vielen denkbaren und möglichen Darstellungen dieser spezifischen Situation.

In der Serie, die den Titel 'Negative Book' trägt, verschiebt die polnische Künstlerin Aneta Grzeszykowska die üblichen Parameter der analogen Fotografie. Viele der Aufnahmen entstanden während eines Studioaufenthalts der Künstlerin mit ihrem Lebenspartner und ihrem Kind in Kalifornien. Es handelt sich im Prinzip durchaus um private Aufnahmen dieses sicherlich interessanten und spannenden Aufenthalts. Doch gibt es zwei irritierende Elemente. Zum einen wurden die Fotonegative nicht Positiv belichtet sondern als Negativ abgezogen, so dass grundsätzlich das, was in der Wirklichkeit Hell ist und viel Licht reflektiert, im fotografischen Abzug dunkel ist, und das, was dunkel ist, nun auf einmal hell erscheint. Gleichzeitig hat die Künstlerin für eine ganze Reihe von Aufnahmen auch noch ihren Körper und ihr Gesicht mit schwarzer Farbe angemalt. Mit dem Effekt, dass im negativen Abzug dann Gesicht und Körper weiß wiedergegeben werden.

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Iranian Film Stills

Im März 2015 wurde Aneta Grzeszykowska für eine Ausstellung in Isfahan eingeladen. Dort hat sie die Serie 'Iranian Film Stills' von ihrer Ankunft bis zur Eröffnung der Ausstellung als eine Art Reisetagebuch konzipiert. Die 74 Motive ziegen die Künstlerin zusammen mit ihrer Tochter an verschiedenen Orten des täglichen Lebens, gekleidet in das obligatorische islamische Gewand. Die Fotos sind in einer sehr raffinierten Lichtkulisse fotografiert. Das Licht ist sehr fokusiert auf die Künstlerin gerichtet und erweckt den Eindruck eines Filmstills und das Gefühl einer Reise in eine eher zeitlose Atmosphäre.

Headache

Häufig arbeitet die Künstlerin mit ihrem eigenen Körper so auch in der filmischen Arbeit 'Headache'. Mit digitalen Werkzeugen bearbeitet, agiert der zergliederte Körper in einem schwarzen Bildraum in einer Art Ballett, einem Kampf und einem erotischen Spiel mit seinen Gliedmaßen und Körperteilen. Die Zerteilung des Körpers erinnert dabei an Techniken aus dem Schwarzen Theater, in dem Samtvorhänge Partien der Schauspieler verdecken und unsichtbar machen.

Clock

Die zwölfstündige Arbeit 'Clock' nutzt ähnliches Bildmaterial wie 'Headache' und erzielt mit einer digitalen Vervielfältigung der Person eine abstrake Angabe der Stunden.

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