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Eva Kot'átková

*1982 in Prag, Tschechische Republik, lebt in Prag.

Mobile Library

Das Werk Mobile Library von Eva Kotatkova, eine Art Handbibliothek auf Rädern, beschäftigt sich mit Insassen von psychiatrischen Anstalten. Die in der mobilen Einheit hinterlegten Karteikarten sind Insassen einer psychiatrischen Anstalt zugeordnet. Dokumentarisch zeigt Eva Kotatkova mit diesem Medium Menschen, die häufig aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt und stigmatisiert werden, weil sie auffallen und besonders sind. Im eigentlichen Sinn aber konfrontiert sie die Gesellschaft mit dem Mangel an Offenheit und Flexibilität im Umgang mit Andersartigkeit.

Educational Model

Die Skulptur als Darstellung eines Bildungsmodels, das aufeinander aufbauend zur höheren Erkenntnis führt oder doch das dreidimensionale Diagramm eines Konzepts von Erziehung und Bildung, das weniger auf Bildung für Alle setzt und statt dessen hierarchische Strukturen hervorbringt? Eine Skulptur, die benutzt werden kann. Spielerisch kann ein Platz eingenommen werden innerhalb der Hierarchie, aber Vorsicht, wer zu hoch steigt, kann auch tief fallen.

Psychological Theatre, Collection of Oskar, A Boy, Who Talks through Images

Die große Installation von Eva Kotatkova  in den vier Vitrinen der Hofeinfahrt des Hub :raum erzählt die fiktive Geschichte von vier Kindern und ihren unterschiedlichen Kommunikationsformen. Die Künstlerin nimmt in ihren Werken immer wieder Bezug auf soziale Umgangsformen, Erziehung, soziale Strukturen und den menschlichen Körper als Hülle, Gitterwerk oder Gefängnis. Es sind sowohl die inneren Zwänge und Befangenheit, denen sie in ihrem Werk nachspürt, als auch die äußeren Beschränkungen und Einengungen, wie sie Erziehung und Bildungssystem erzeugen.

Für ihre Arbeiten nützt sie oftmals antiquarische Bücher und verwendet die Illustrationen, Fotos und Skizzen. Dieses Material wird neu zusammengesetzt und mit Zeichnungen überlagert. Eine bestimmte Farbigkeit zieht sich durch ihr Werk, die Patina eines Antiquariats. Sie spielt mit diesem diffusen Eindruck des Verstaubten, mit dem leichten Grauen, das etwas Altes und Abgelegtes erwecken mag und bewegt sich in einer psychologischen Verfassung, die eine leichte Anmutung eines Unwohlseins, einer unangenehmen Beklemmung erzeugen kann.

Etwas scheint einer befreiten, unbeschwerten und humorvollen Umgangsweise Widerstand zu leisten. Ist es der Körper, der von der Erziehung und den Konventionen abgerichtet und zugerichtet wurde? Sind es die sozialen Gruppenzwänge der Gemeinschaft, die uns in ein Netzwerk von Regeln und starren Strukturen einbindet? Sind es wir selbst, die in unserem eigenen, psychischen und körperlichen Gefangesein nicht aus uns heraus geraten und eher  wie mechanisch gesteuerte Puppen agieren?

Wie soll dann aber offene Kommunikation möglich sein? Wie soll ein Austausch von Gedanken, Gefühlen und Ahnungen gelingen, der nicht schon von vorneherein als Missverständnis angelegt ist?

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