schließen Menu

Nino Kvrivishvili

*1984 in Georgien, lebt in Tbilisi, Georgien.

12 руб. 50 коп

An einer Verzweigung der Seidenstraße gelegen spielte Georgien eine wichtige Rolle im Seidenhandel. Mit der Einfuhr und der Zucht der Raupen nahm auch die eigene Seidenproduktion ihren Aufschwung. Zu Zeiten der UDSSR war georgische Seide ein Luxusprodukt für die Damen der kommunistischen Partei-Nomenklatura.
Mit dem Zusammenbruch der auf gegenseitiger Abhängigkeit der nationalen Wirtschaften beruhenden Planwirtschaft, wurden auch die Seidenwebereien im Land geschlossen. Die begehrten Stoffe und Muster verschwanden. Einzelne Stücke aus dieser Produktion findet Nino Kvrivishvili auf Flohmärkten. Mit diesen Fragmenten der glamourösen Seite der kommunistischen Lebenswirklichkeit gestaltete sie eine Reihe von ‚Portraits‘.

Das klassische, ovale Passe-Partout, das über ein rechteckiges Gemälde gelegt wurde, um den Blick auf das Portrait zu konzentrieren, legt sie über die frei hängende Stoffbahn.

Auf der handgewebten Textilarbeit der georgischen Künstlerin ist die Rechnung für die Wolle zu sehen, mit der dieses Werk gewebt wurde. Nino Kvrivishvili bezieht sich neben dem tautologischen Spiel in der Arbeit auf die lange Tradition des Webens in Georgien und anderen ehemaligen Sowjetstaaten sowie auf ihre Familiengeschichte. Ihre Großmutter wurde nach dem zweiten Weltkrieg von Russland nach Gori in Georgien geschickt, um dort in der gerade neu aufgebauten Textilfabrik zu arbeiten. Die Wolle, mit der die Arbeit produziert wurde, stammt aus sowjetischen Zeiten und wurde von Nino Kvrivishvili auf dem Flohmarkt erworben.

Datenschutz
Art Collection Telekom Newsletter