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Agnieszka Polska

*1985 in Lublin, Polen, lebt in Warschau, Polenl

Die polnische Künstlerin Agnieszka Polska arbeitet mit einer ganz eigenen digitalen Collagetechnik, die sie in der großen Tradition des Animationsfilms zu visuellen Bilderzählungen verknüpft. Ihre Werke wurden international im Centre for Contemporary Art in Warschau gezeigt, im Museum of Contemporary Art in Krakau, in den Kunst-Werken in Berlin, im Belvedere in Wien, im PinchukArtCentre in Kiew und in der Zachęta National Gallery in Warschau.

In ihrer Arbeit verwendet Agnieszka Polska vorgefundene Materialien, vor allem Fotografien und Druckerzeugnisse aus den 1920er- bis 1970er-Jahren und verleiht ihnen durch digitale und klassische Animationstechniken eine neue erzählerische Qualität. Ihre Arbeit provoziert Fragen, wie aus der Erinnerung Gegenwart konstruiert wird und private oder historische Ereignisse sich dadurch anders darstellen. Sie berührt damit ein zentrales Thema der Art Collection Telekom. Was kann die zeitgenössische Kunst zu dem Problem der Verdrängung, der verfälschten Erinnerung und der Neu- und Umbewertung geschichtlicher Ereignisse korrigierend beitragen?

Cops and Robbers

Ein Handbuch für die polnische Miliz vor dem Fall der Sowjetunion bietet das Ausgangsmaterial für die Fotoserie 'Cops and Robbers'. Das Buch diente ehemals als Anleitung zur Selbstverteidigung der Miliz und erschien 1956 genau zu dem Zeitpunkt, als die ersten Proteste von Arbeitern gegen die Volksrepublik Polen ausbrachen. Indem Agnieszka Polska die angreifenden Zivilpersonen aus den Fotos eliminiert, verwandeln sich die Posen der Miliz in ein absurdes Ballett.

Arton 1

Die digitale Fotocollage unter dem Titel 'Arton 1' nimmt Bezug auf Włodzimierz Borowski und seine Serie der Artons aus den Jahren 1961 bis 1963.

Three Videos with Narration – Sensitization to Colour

'Sensitization to Colour' rekonstruiert den Raum und die Objekte einer legendären Performance des polnischen Künstlers Włodzimierz Borowski (1930–2008), der 1969 in der Od Nowa Gallery in Poznań die Performance 'Sensitization to Colours' aufführte, die nur auf einigen Schwarzweiß Fotografien visuell festgehalten wurde. Hier schafft Agnieszka Polska die Fakten visueller Erinnerungsbilder, indem sie gleichsam dokumentarisch vorgibt, wie die Performance dieser Schlüsselfigur der polnischen Avantgarde stattgefunden haben könnte.

Sensitization to Colour
2009
1Kanal Videoprojektion, HD Video, Farbe, Ton, 05'02"
Edition 4/5 + 1 AP

Three Videos with Narration – The Forgetting of Proper Names

'The Forgetting of Proper Names' aus der dreiteiligen Filmserie 'Three Videos with Narration' konfrontiert uns mit einer Fülle von Bildmaterial der Minimal Art und Performance-Kunst der 1960er- und 1970er-Jahre. Es ist ein Spiel mit der Wiedererkennung kunsthistorischer Ereignisse. Manche der Werke erscheinen bekannt, etwa der 'Earth Room' Walter de Marias, Werke von Robert Smithson und Robert Morris, aber die Zuordnung zu einem bestimmten Künstler ist dem Gedächtnis entfallen. Wie beiläufig werden aus dem Off Textpartien aus Sigmund Freuds Aufsatz 'Vergessen von Eigennamen' zitiert.

Three Videos with Narration – My favourite Things

Wie in einer Puppenstube versammeln sich in 'My favourite Things' Lieblingsmotive und Objekte der Künstlerin in verkleinertem Maßstab. Zum Teil bleiben sie rätselhaft, zum Teil provozieren sie ein Spiel mit Dingen, die bekannt erscheinen, und Dingen, die eher der privaten Vorstellungswelt der Künstlerin entstammen.

How the work is done 

Im Film 'How the work is done' bezieht sich Agnieszka Polska auf einen Streik der Kunststudenten der Akademie der Künste in Krakau, der 1956 aufgrund der politischen Gegebenheiten stattgefunden hatte. Die Studenten besetzten damals das Gebäude und lebten einige Tage eingeschlossen in den Atelierräumen der Skulptur- und Keramik-Klasse der Akademie. Die Künstlerin stellt diese Situation mit einer Gruppe von Skulpturen nach, die, aus Kleidern geformt, wie Menschen auf Matratzen zu liegen scheinen. Die Kamera gleitet über die Werkbänke und Werkstücke wie in einem kreativen Traum mit einem fast nostalgischen Blick auf das klassische Handwerk der Bildhauerei.

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