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Slavs and Tatars

Slavs and Tatars sind ein Künstlerkollektiv, das 2006 gegründet wurde. In humorvoller Weise bezieht sich der Name des Kollektivs auf den sprachlichen und ethnografischen Raum ihrer Herkunft, den kulturellen Bereich östlich der ehemaligen Berliner Mauer und westlich der Chinesischen Mauer. In seiner künstlerischen Praxis spielen Sprache und Linguistik für das Kollektiv ein wichtige Rolle. Sie realisieren Ausstellungen, Vorträge und Buchprojekte.

PraySway

Eine Perlenschnur, zu groß für einen menschlichen Hals. Vielleicht eine besonders dekorative Schaukel? Oder doch eine vergrößerte Gebetskette?
Als Nominierte für den Preis der Nationalgalerie Berlin 2015 realisierte das Künstlerkollektiv Slavs and Tatars große Skulpturen, Ketten mit 3 mal 11 Perlen.
Als Richtschnüre für Meditationen und für Gebete haben Ketten in vielen religiösen Praktiken eine wichtige Funktion. Sie sind Gedächtnisstütze und geben Ordnung und Abfolge des ritualisierten Dialogs mit dem Göttlichen vor.
In unserem Kulturraum lebten wir bis vor wenigen Jahren in einer weitgehend säkularisierten Welt. Die 'großen' Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach dem, was nach dem Tod sein mag, ob wir an Gott oder etwas Göttliches glauben oder nicht, ob Wertvorstellungen und moralische Gebote aus der Humanität begründet oder aus religiösen Regeln abgeleitet werden können, gehörten in einen sehr privaten Bereich.
Seit einigen Jahren kehrt die Religion zurück in den Alltag. Zeichen und Symbole erlangen neue Wichtigkeit, lösen Kontroversen aus und erzwingen einen intensiven Dialog und eine Auseinandersetzung mit dem jeweils Anderen, dem Fremden. Die Gesellschaft und wir alle stehen vor großen Herausforderungen, gegensätzliche Wertvorstellungen und Regeln für den Alltag zu akzeptieren, Toleranz zu lernen, Kompromisse zu schließen und Verständnis zu entwickeln. Auch die zeitgenössische Kunst spürt diese Veränderungen. Kunst und Architektur, die über Jahrhunderte hinweg eine zentrale Bedeutung für die religiösen Themen in allen Kulturen hatten, nähern sich diesem metaphysischen Bereich erneut mit einem frischen Blick.

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